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Fragen Sie Frau Klara:

Wie es die
Schnecken
treiben!!!

Von seiner letzten Rotmeer-Tauchfahrt brachte Bernd Rothmann sensationelle Fotos mit nach Hause, die sogar Beate Uhse vor Neid erblassen lassen.
Endlich kann der Sporttaucher seinen Lesern in Wort und Bild zeigen, wie es die Meeres- schnecken treiben.

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Um es direkt vorweg zu nehmen: nackt und ganz langsam!

Die Schnecken wurden zu Beginn des Tauchgangs entdeckt, und 75 Minuten später, als unserem Reporter die Luft wegblieb, waren sie gerade fertig geworden!

Aber jetzt einmal ganz ernst:
Die sog. Nacktkiemenschnecken (Nudibranchia) sind meeresbewohnende, gehäuselose Hinterkiemenschnecken, die in zwei Unterordnungen aufgeteilt werden:
Sternschnecken mit dem typischen Kiemenbüschel auf dem Hinterleib des sonst glatten Körpers (siehe Abb.) und Fadenschnecken, deren Körper von vielen fadenförmigen Anhängseln bedeckt ist.
Die prächtig gefärbten Schnecken sind meist Nahrungsspezialisten, die sich nur von bestimmten Schnecken, Aktinien, Seescheiden, Moos- oder Nesseltieren ernähren.
Die Fadenschnecken fressen die stark nesselnden Hydrozoen derart geschickt, dass deren Nesselkapseln nicht explodieren, sondern funktionstüchtig in den fadenförmigen Tentakeln der Schnecke gespeichert werden. Ein Raubfisch, der sich irrtümlich an dieser Schnecke vergreift, verbrennt sich das Maul. Somit ist auch die auffällige Färbung der Nacktschnecken nur als Warnung zu verstehen: "Achtung wir sind ungenießbar!"
Eine Besonderheit der Nacktschnecken ist ihre Zwittrigkeit (Hermaphroditismus).
Einige Arten besitzen sogenannte Ovotestis-Geschlechtsdrüsen, in denen nacheinander sowohl Samen-, als auch Eisellen produziert werden; bei anderen sind Eicherstöcke und Hoden getrennt.
Bei der abgebildeten Kopulation zweier Sternschnecken befruchten sich die beiden Zwitter gegenseitig.
Die Spermazellen des Partners werden solange in besonderen Samenbehältern der weiblichen Geschlechtsorgane aufbewahrt, bis die Eier nachgereift sind.
Die derart in beiden Schnecken befruchteten Eier werden in Form typischer Rosetten und Spiralen als Laichbänder an Pflanzen und Korallen abgelegt.
Aus ihnen entwickeln sich zunächst planktonisch lebende Veliger-Larven, die sich mit Hilfe eines mehrlappigen, wimpernbesetzten Schwimmsegels frei im Wasser bewegen.   Erst nach Abwerfen dieses Segels nimmt die Jungschnecke ihre bodenständige Lebensweise auf.

Bernd Rothmann



erschienen im Sporttaucher, 9/90, Seite 38

 

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Sternschnecken bei der Paarung. Zwischen den beiden schnecken sind die vereinigten Kopulationsorgane zu erkennen. (Rotes Meer, Sudan, Sha'ab Rumi)
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Auch nachdem sich die Schnecken getrennt haben, sind die Kopulationsorgane deutlich zu sehen.

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